"Beasty Bembels" knacken "X-tremers"

Rund 800 Sportler in 32 Booten beim Drachenbootcup am Start - Frankfurter Team hauchdünn vor Wettenberger Paddlern - "You FM-Bühne" sorgte für Stimmung - "Turboenten" lachender Dritter

Das auch an der Lahn richtig was los war, dass bezeugten dumpfe Trommelschläge und frenetische Anfeuerungsrufe, die die Paddler bei der dritten Auflage des Gießener Drachenbootcups in 27 Rennen auf den 250 Meter langen Lahnteilstück am Gießener Ruderclub Hassia ins Ziel trieben.
Am Ende hatte das Team der "Beasty Bembels" aus Frankfurt mit nur sechs Zehntelsekunden den Drachenkopf vor den Lokalmatadoren der "Fitalis X-tremers" aus Wettenberg zuerst über die Ziellinie geschoben und wiederholten damit ihren letztjährigen Erfolg. Rang drei belegten die "Turboenten" vom Wassersportverein Hellas Gießen.

Als Wanderpokal überreichte Hans Pfaff, Marketingleiter der Sparkasse Gießen, einen massiven Bronzedrachen an die Mannschaft der "Beasty Bembels", sowie eine Drachenboottrommel als Ehrenpreis des Sportamtes der Stadt Gießen. Zudem darf sich das Team aus Südhessen über eine Einladung zum Siegeressen mit der gesamten Mannschaft im Brauhausturm der Denningshoffs Spezialitätenbrauerei freuen.

Gewinner des Firmencups um den "Cup der Sparkasse" wurde die Betriebsmannschaft der Firma Schunk (Wettenberg). Rund 5000 Besucher strömten den Tag verteilt über zum Gelände am Veranstaltungsort und zur gegenüberliegenden Seite des neu errichteten Bootshauses der Rudergesellschaft von 1877, um die Zieleinläufe bei strahlendem Sonnenschein zu genießen.
Auf der "YOU FM-Bühne" sorgte der Frankfurter Radiosender für Stimmung und Unterhaltung und übertrug vier Stunden live vom Gießener Cup. Internationalen Charakter vierliehenen dem Wettstreit zwei amerikanische Teams, die mit ihrer Teilnahme ein US-Fernsehteam nach Gießen lockten, um von der jungen Funsportart zu berichten. Das Frankfurter Drachenbootsportunternehmen "A.H. Dream" bescheinigte zudem der Veranstaltung in Gießen eine hervorragende Organisation, die auch im dritten Jahr einen weiteren Aufwärtstrend verzeichnete. Die Teilnehmer reichten von Betriebssportmannschaften, ansässigen Vereinen, über Teams von freiwilligen Feuerwehren bis hin zu Fitnessstudios. Schon die Autokennzeichen verieten den anströmenden Besuchern, dass die Sportler und deren Angehörige aus vielen Teilen Deutschlands anreisten, um sich das Drachenbootspektakel der besonderen Art in Gießen anzuschauen. Auf dem Gelände herschte enges Gedränge, während es sich die Teilnehmer mit Liegestühlen und Matten am Lahnufer bequem machten, um zwischen den Rennen zu entspannen.

"Eine angenehme entspannte Athmosphäre ist hier zu spüren" stellte Mitorganisator Dirk Reuschling vom RC Hassia treffsicher fest - nahmen zwar in diesem Jahr mit den späteren Finalisten auch wieder einige Topteams teil, so setzte sich das Teilnehmerfeld zum großen Teil aus reinen "Fun-Mannschaften" zusammen, bei denen der Spaßfaktor eindeutig im Vordergrund stand. Aber auch die zweitplatzierte Mannschaft der "Fitalis X-tremers" demonstrierten, dass sie nicht leistungssportverbissen sind und beglückwünschten und bejubelten den knappen Sieg der Frankfurter Konkurenten. "Wir kennen uns schon von vielen Regatten und sollten professionell genung sein, die Leistung der Frankfurter anzuerkennen, zumal es hier um den Spaß am Sport geht" zeigte sich auch Fitalis-Initiator Udo Opper erfreut über den Cupverlauf.

Grund zur Freude hatten jedoch alle drei Finalisten - qualifizierte sich der Sieger eines Städtecups doch für die südeutschen Drachenbootmeisterschaften, die am kommenden Wochenende im Frankfurter Osthafen ausgetragen werden. Die Mannschaft der "Beasty Bembels" trat ihre Qualifikation an den Zweitplazierten ab, da sie sich als Frankfurter Mannschaft auschließlich auf dem heimischen Cup qualifizieren möchten.
Das zweitplatzierte Boot der Wettenberger "X-tremers" konnte sich bereits durch einen Sieg auf dem Drachenbootcup in Offenbach für das kommende Wochenende qualifizieren, so dass die Mannschaft der "Turboenten" (Wassersportverein Hellas) sich als lachender Dritter über die Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft freuen darf.

Auch die Teilnehmer der Hauptsponsoren der Sparkasse Gießen (Sparkassen Speedy) und des Gießener Anzeigers (Headliners) stellten sich dem Kampf der Drachenboote. Immerhin bis ins Viertelfinale konnten beide Mannschaften vorstoßen, wo sie dann mit Rang zwei jeweils ausschieden.




Fischerstechen auf der Lahn

Als Rahmenprogramm führte Kanutours Gießen auch in diesem Jahr das "Fischerstechen" durch. 16 Zweiteams stellten sich dem Wettkampf, den die Zuschauer mit Applaus quittierten. Das Ausscheidungsverfahren war einfach: zwei Paddelboote bewegten sich aufeinander zu, wobei der Gladiator im Boot stehend versuchte seinen Kontrahenten mit einer gepolsterten Lanze ins Wasser zu stoßen. Die Gießener Sebastian Kahl und Mario Adis erwiesen sich hier als sicherstes Team und siegten verdient vor den Hassia-Ruderern Lukas Tianis und Jan-Moritz Plum.

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